Learning 3: KI + Standards = sichere Umsetzung
Werden Sicherheitsstandards explizit Teil der Spezifikation, aus der KI-Agenten Code erzeugen, steigt die Sicherheit trotz höherer Geschwindigkeit.
Der Grundgedanke ist nicht neu. Bereits 2004 veröffentlichten Jonathan S. Ostroff und Kollegen das Konferenzpapier Agile Specification-Driven Development. Die Idee brach mit dem damals gängigen Verständnis agiler Softwareentwicklung und schlug einen stärkeren Fokus auf Spezifikationen vor. Sie blieb zunächst eine Fußnote der Konferenz, auf der sie vorgestellt wurde.
Seit 2016 prägt Sam Hatoum den Begriff Spec-Driven Development. Sein Manifest ist eindeutig: Spezifikationen seien das wichtigste Artefakt der Softwareentwicklung. Die Resonanz blieb über Jahre nahe null. Erst mit dem Aufkommen KI-gestützter Coding-Agenten 2025/2026 hat der Ansatz breite Zustimmung gefunden. Heute stößt das Thema, ob bei IBM oder heise, auf massive Nachfrage.
Was sich verändert hat, ist die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und KI-Agenten. Eine Erkenntnis aus der Praxis: KI-Agenten fällt es sehr schwer, Zusammenhänge und Anforderungen zu erschließen, die nicht explizit benannt werden. Produktiv wird der Einsatz von KI-Agenten erst, wenn Anforderungen und Rahmenbedingungen klar spezifiziert sind. Spezifikationsdateien erfüllen genau diesen Bedarf. Wir sehen darin eine Rückkehr zu Lasten- und Pflichtenheften und dem Wasserfall-Modell, mit einem entscheidenden Unterschied: Der Geschwindigkeitsgewinn durch KI erlaubt es, diesen Zyklus mehrmals am Tag zu durchlaufen statt einmalig im Projektverlauf.
Unternehmen, die ihre internen Sicherheitsstandards in diese Spezifikationen aufnehmen, stellen nach unserer Erfahrung trotz höherer Geschwindigkeit eine höhere Sicherheit fest. KI-Systeme erzeugen erkennbar sicherere Konfigurationen und Software, wenn interne Standards Teil der Spezifikation sind, aus der sie entwickeln.
Konsequenz: Als Resultat erleben wir bei unseren Kunden mehr Vertrauen in die eigene Sicherheit und mehr Mut für Innovation.
Unsere Empfehlung: Sicherheitsanforderungen nicht nachgelagert prüfen, sondern von Anfang an in die Spezifikationen für KI-gestützte Entwicklung aufnehmen.